Heizungstechnik Lüftungstechnik Klimatechnik Regenerative Energien Gebäudeautomation Kundenservice Betriebskonzepte Feuerungsanlagen Photovoltaik Pellet Heizungen Anlagenbau Klimaanlagen Förderprogramme Energieoptimierung SolarThema: "Individuelle Lösung erfordert viel Ingenieurskunst"
Veröffentlicht: NWZ
Am: 08.06.2005
ARENA-AUTOMATION Boos: Besondere Herausforderung — Elegante und hoch aktuelle Systemtechnik
VON PETER STANGE
Frage: Herr Dr. Boos, das System bietet einen enormen Automatisierungsgrad, es steuert einfach alles, unter anderem neun Lüftungen, sechs Heizkreise, zwölf Fenstergruppen, rund 100 Brandschutzklappen, um nur einiges zu nennen. Wie ist das möglich?
Boos: Möglich wird das über Local Operating Network (LON), eine neue Technologie-Stufe der Automation, mit der wir uns seit 1998 befassen. Diese Technik minimiert nichtzuletzt den Aufwand an Verkabelung. So hätte man früher allein für die 100 Brandschutzklappen jeweils ein Kabel hin zur Anzeige benötigt. Jetzt werden die 100 Klappen über 20 Erfassungsknoten gesteuert.
Frage: Was meint hier eigentlich der Begriff Steuern; wird da allein ein bestimmtes Funktionsprogramm in Gang gesetzt, oder bietet das System noch mehr?
Boos: Absolut, es bietet — ohne übertreiben zu wollen — in regelungstechnischer Hinsicht so gut wie alles. Das zentrale Leitsystem veranschaulicht alle Zustände der Anlage — alle, wohlgemerkt — auf einer web-basierten Benutzer-Oberfläche. Es speichert darüber hinaus sämtliche Inforrnationsänderungen, die zu jeder Zeit in graphischen Auswertungen analsysiert werden können. Nicht zuletzt jede Störung wird nicht nur angezeigt, sondern kann auch sofort lokalisiert werden.
Frage: Und was ist, wenn etwa bei der Belüftung ein Aggregat ganz ausfällt? Gibt es dann Stickluft in der Halle?
Boos: Keineswegs. Die Programmierung berücksichtigt den Ausfall von Anlagen-Technik; der Ausfall einer Lüftung etwa wird sofort durch andere Lüftungen kompensiert.
Frage: Es fehlt eigentlich nur noch, dass Sie sagen, man könnte das System auch, wenn man es denn wollte, von außerhalb steuern...
Boos: Sie werden lachen, genau das ist jedenfalls möglich. Per Umsetzer könnte von LON-Bus (Kupfer-Netzwerkkabel) auf LAN-Bus umgesteuert werden, auf eine Intranetfähige lT-Verkabelung. So wäre es möglich, die Arena etwa auch von der benachbarten Weser-Ems-Halle aus zu steuern.
Frage: Das alles klingt nach einer technisch hocheleganten Lösung. War diese Entwicklung für Sie ein ganz besonderer Reiz?
Boos: Jedes Projekt dieser Art fordert den Ingenieur und Techniker neu, und solche Herausforderungen sind immer spannend, und auch reizvoll. Es ist immer eine individuelle Lösung nötig. Bei einem Klinik-Operationssaal auch da machen wir Automationen muss die ganz anders aussehen als in diesem Fall.
Frage: Verglichen mit der früheren, nicht so hoch automatisierten Technik; ist der Arbeitsaufwand für ein solches Projekt wie die Arena geringer?
Boos: Geringer nicht, aber anders. Er verlagert sich in die Programmier-Arbeit. Im Normalfall einer Automation würde man übrigens noch eine Beleuchtungs- und etwa Jalousien-Steuerung integrieren. Das umfasste dieser Auftrag nicht.
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