Heizungstechnik Lüftungstechnik Klimatechnik Regenerative Energien Gebäudeautomation Kundenservice Betriebskonzepte Feuerungsanlagen Photovoltaik Pellet Heizungen Anlagenbau Klimaanlagen Förderprogramme Energieoptimierung SolarThema: "Einsparungen finanzieren Investitionen"
Veröffentlicht: IHK-Zeitung "Oldenburgische Wirtschaft"
Am: September/2005
Einsparungen finanzieren Investition
Einsparungen von Strom, Wasser und Wärme machen betriebswirtschaftlich und umwelttechnisch Sinn. Doch was tun, wenn zwar der Wille da ist, aber das Geld für Investitionen fehlt? Contracting kann eine Lösung sein, sagen Jens Tammen und Pierre Wirth von der Firmengruppe BOOS in Varel.
Varel. „Unsere Aufgabe ist, betriebstechnische Anlagen in einem Gebäude zu verbinden. Und zwar so, dass sie unter Energieaspekten effizient und nicht gegeneinander arbeiten“, erklärt Pierre Wirth, der bei BOOS im Vertrieb und Marketing arbeitet. Jens Tammen betreut den Bereich Wartung und Optimierung. Beide erklären, wie Unternehmen ihren Energieverbrauch drosseln können - und wie mit sehr geringem Risiko in moderne Anlagentechnik investiert werden kann.
Die Firmengruppe BOOS ist einer der Vorreiter in der Region, wenn es um Energieeinsparungen geht.
Von den steigenden Energiepreisen müsste Ihr Unternehmen doch profitieren, oder?
Tammen: Natürlich ist es so, dass der Druck auf Unternehmen, Energie einzusparen, immer größer geworden ist - einmal durch die Preise und dann durch die sich entwickelnde Gesetzgebung. Dennoch scheint es so, dass Energie für Unternehmen immer noch zu günstig ist, denn die Amortisationszeiten für Investionen sind schlichtweg immer noch zu lang: Alles, was über drei bis fünf Jahren liegt, ist für Kaufleute im Moment uninteressant.
Der ökonomische Druck ist also oft noch nicht hoch genug?
Tammen: Leider muss man das so sagen. Ein Beispiel: Es kann durchaus vorkommen, dass in einem Industriebetrieb mit einer zwanzig Jahre alten, überall geflickten Anlagentechnik operiert wird. Schauen wir uns das vor Ort an und machen Vorschläge, wird davor zurückgescheut, Investitionen zu tätigen. So absurd das ist: Manchmal ist es den Verantwortlichen lieber, eine Anlagentechnik zu fahren, die jedes Jahr Unsummen kostet, als sich einmal grundlegend mit der Gesamtkonzeption auseinanderzusetzen - und in einigen Jahren ein beträchtliches Maß an Energiekosten zu sparen. Und der Grund dafür ist eben, dass man den wirtschaftlichen Erfolg nicht sofort schwarz auf weiß hat.
Wirth: In solchen Fällen greifen unsere „Contracting“-Angebote. Wir springen quasi als Finanzgeber ein.
Wie läuft das „Contracting“ konkret ab?
Wirth: Wir als Dienstleister besichtigen ein Gebäude und seine technischen Anlagen und beurteilen das Objekt hinsichtlich seiner Eignung auf Energiesparmaßnahmen. Daran schließt sich eine Durchführbarkeitsstudie an. Fällt diese positiv aus, treten wir mit dem Unternehmen in Verhandlungen über die Art der Modifizierungsmaßnahmen und schließen bei erfolgreichem Verlauf einen sogenannten „Einspar-Contracting-Vertrag“ ab.
Als Contractor betreiben wir dann die Anlage und kontrollieren den Energieverbrauch. Auch die erforderlichen Wartungsarbeiten, sowie die unaufgeforderte Beseitigung von Störungen für die vertraglich erfassten Anlagenbereiche obliegt uns während der Laufzeit.
Wir finanzieren also die erforderlichen Investitionen ganz oder teilweise vor, der Auftraggeber zahlt nur die Kosten, die ihm bei seiner alten Anlagentechnik entstanden wären. Aus der Differenz zu den Einsparungen ergibt sich dann unsere Refinanzierung.
Das Vertragsverhältnis endet mit Ablauf der vorher festgelegten Vertragslaufzeit.Das Risiko, dass die Investition zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollständig amortisiert ist, tragen wir.
... obwohl Sie dieses Risiko als sehr gering ansehen, oder? Sonst würden Sie kaum in eine solche Vorleistung gehen.
Wirth: Richtig. Wenn wir einen solchen Vertrag anbieten, sind wir natürlich davon überzeugt, dass sich unser finanzielles Einspringen auch für uns rechnet. Die gelingt natürlich nur, wenn wir die Anlagen optimal abstimmen und regelungstechnisch auslegen. Da können wir uns jedoch auf das know-how unserer Ingenieure völlig verlassen.
Tammen: So ist es. Der Umweltgedanke ist heute zwar bei vielen Unternehmen schon sehr viel ausgeprägter als früher. Auch Regelungen wie die Energieeinsparverordnung setzen die
Betriebe unter Druck. Aber entscheidend für den Erfolg des Contracting ist eben, dass das finanzielle Risiko und auch die Investitionskosten beim Anbieter liegen.
Sie übernehmen auf Wunsch auch die Wartung der sanierten Anlagen?
Tammen: Ja. Abgesehen von dem normalen DDC- und Heizungsnotdienst sowie dem 24 Stunden-Störungsdienst bieten wir auch die Fernüberwachung über das Gebäudeleitsystem INGA-IBS, sowie die Übernahme der kompletten Betriebsführung der haustechnischen Anlagen an.
Das Leitsystem kann man sowohl vor Ort installieren als auch auf unsere Leitwarte in Varel im Fernbetrieb schalten. Alle Anlagenzustände werden auf einer webbasierten Benutzeroberfläche veranschaulicht.
Mittlerweile ist der Anlagenbestand von 40 Liegenschaften ständig mit unserer Warte verbunden.
(Fragen: Kerstin Tamminga)
Infokasten:
Energie-Know-how seit 55 Jahren
1950 als Boos Ingenieur-Maschinenbau gegründet, ist die Firmengruppe BOOS heute in zwei Bereiche unterteilt: die BOOS Haustechnik GmbH und die BOOS Klima und Kälte GmbH (beide mit Sitz in Varel). Das Unternehmen beschäftigt sich unter anderem mit den Bereichen Heizungs- und DDC-Regelungstechnik, Wärmelieferung, Schaltschrankplanung und -bau sowie Alternativen Energien.
Aktuell sind 52 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Geschäftsführer sind Dr. Hanspeter Boos und Manfred Borchers.
Zu den jüngsten Aufträgen für das Unternehmen zählte die Arbeit an der Gebäude-Automation der Oldenburger EWE-Arena. In der Sportarena zeichnete das Team aus Varel verantwortlich für die gesamte Steuerung und Regelung der gesamten Be- und Entlüftung sowie der Wärmeversorgung.
+Grafik zu diesem Artikel, Bildunterschrift: Intelligentes Bediensystem (IBS): Die Visualisierung der Anlagendaten, hier eines Heizverteilers, erfolgt auf einer windowsbasierenden Benutzeroberfläche. Grafik: Boos
Energie sparen mit der Firmengruppe Boos (Varel). Energiemanagement und Energiecontrolling nicht nur im Großraum Weser-Ems, Oldenburg, Brake, Bremen und Wilhelmshaven.